Für all die, die nicht gerne lesen. Für all die, die gerne lesen. Hier stelle ich euch ein Muss der deutschen Literatur vor: für klein und groß, für dick und dünn, für jung und alt. Schnappt euch das Buch und/ oder das Hörbuch und lasst Euch entführen, erst, in die Stadt der Träumenden Bücher und anschließend, in das Labyrinth der Träumenden Bücher!

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Die Stadt der träumenden Bücher : ein Roman aus Zamonien von Hildegunst von Mythenmetz / aus dem Zamonischen übertr. und ill. von Walter Moers

Klappentext:

Als der Pate des jungen Dichters Hildegunst von Mythenmetz stirbt, hinterlässt er seinem Schützling nur wenig mehr als ein Manuskript. DIeses aber ist so makellos, dass Mythenmetz nicht widerstehen kann, dem Geheimnis seiner Herkunft nachzugeben. Die Spur führt nach Buchhaim, der Stadt der Träumenden Bücher. Als der Held sie betritt, ist es, als würde er die Tür zu einer gigantischen Buchhandlung aufreißen. Er riecht den Anflug von Säure, der an den Duft von Zitronenbäumen erinnert, das anregende Aroma der Druckerschwärze. Einmal in den Klauen dieser buchverrückten Stadt wird Mythenmetz immer tiefer hineingesogen in ihre labyrinthische Welt, in der Lesen noch eine wirkliche Gefahr ist, in der rücksichtslose Bücherjäger nach bibliophilen Schätzen gieren, wo Buchlinge ihr Unwesen treiben und der mysteriöse Schattenkönig herrscht.

Walter Moers entführt uns in das Zauberreich der Literatur, wo Lesen ein letztes Abenteuer ist, wo einen Bücher nicht nur spannend unterhalten oder zum Lachen bringen, sondern auch in den Wahnsinn treiben oder sogar töten können. Nur wer bereit ist, für das Leben derartige Risiken in Kauf zu nehmen, möge dem Autor folgen. Allen anderen wünschen wir ein gesundes, aber totlangweiliges Leben!

Auszug, Seite 10:

Ist man im westlichen Zamonien auf der Hochebene von Dull in östlicher Richtung unterwegs, und sind die wogenden Grasmeere endlich durchschritten, erweitert sich plötlzich der Horizont auf dramatische Weise, und man kann endlos weit blicken, über eine flache Landschaft, die in der Ferne in die Süße Wüste übergeht. Im spärlich begrünten Ödland kann der Wanderer bei gutem Wetter und dünner Luft einen Fleck erkennen, der schnell immer größer wird, wenn er zügig daraufzumarschiert. Der dann kantige Formen annimmt, spitze Dächer bekommt und sich schließlich als jene legendenumrankte Stadt entpuppt, die den Namen Buchhaim trägt.

Schon von weitem kann man sie riechen. Sie riecht nach alten Büchern. Es ist, als würde man die Tür zu einem gigantischen Antiquariat aufreißen, als würde sich ein Sturm aus purem Bücherstaub erheben und einem der Moder von Millionen verrottender Folianten direkt ins Gesicht wehen. Es gibt Leute, die diesen Gerucht nicht mögen, die auf dem Absatz kehrtmachen, wenn er ihnen in die Nase steigt. Zugegeben, es ist kein angenehmer Geruch, er ist hoffnunugslos unmodern, er hat mit Zerfall und Auflösung zu tun, mit Vergänglichkeit und Schimmelpilzen – aber da ist auch noch etwas anderes. Ein leichter Anflug von Säure, der an den Duft von Zitronenbäumen erinnert. Das anregende Aroma von altem Leder. Das scharfe, intelligente Parfüm der Druckerschwärze. Und schließlich, über allem, der beruhigende Geruch von Holz.

Ich rede nicht von lebendem Holz, von harzigen Wäldern und frischen Fichtennadeln, ich rede von totem, entrindetem, gebleichtem, gemahlenem, gewässertem, geleimtem, gewalztem und beschnittenem Holz – kurz: von Papier. Oh ja, meine wissbegierigen Freunde, ihr riecht ihn jetzt auch, diesen Duft, der euch an vergessenes Wissen und uralte handwerkliche Traditionen erinnert. Und nun könnt ihr den Wunsch, so bald wie möglich ein antiquarisches Buch aufzuschlagen, kaum noch unterdrücken, nicht wahr? […].

Das Labyrinth der Traeumenden Buecher von Walter Moers 

Das Labyrinth der träumenden Bücher : ein Roman aus Zamonien von Hildegunst von Mythenmetz / aus dem Zamonischen übertr. und ill. von Walter Moers

Klappentext:

Über zweihundert Jahre ist es her, seit Buchhaim, die “Stadt der Träumenden Bücher”, von einem verheerenden Feuersturm zerstört worden ist. Der Augenzeuge dieser Katastrophe, Hidlegunst von Mythenmetz, ist inzwischen zum größten Schriftsteller Zamoniens avanciert und erholt sich auf der Lindwurmfeste von seinem monumentalen Erfolg. Er gefällt sich im täglichen Belobhudeltwerden, als ihn eine verstörende Botschaft erreicht, die seinem Dasein endlich wieder einen Sinn gibt.

Verlockt durch diesen rätselhaften Brief kehrt Hildegunst von Myhthenmetz nach Buchhaim zurück. Die prächtig wieder aufgebaute Stadt ist erneut zur pulsierenden Metropole der Literatur und zum Mekka des Buchhandels geworden und wird durchströmt von Buchverrückten aller Art. Dem Rätsel auf der Spur gerät Mythenmetz, kaum hat er die Stadt betreten, in ihren abenteuerlichen Sog. Er begegnet alten Bekannten wie dem Schriftstellerkollegen Ovidios, der das Orm erlangt hat, dem Eydeeten Hachmed Ben Kibitzer und der Schreckse Inazea Anazazi. Er trifft aber auch auf zahlreiche neue Bewohner, Phänomene und Wunder, wie mysteriöse Librinauten, obskure Puppetisten und vor allem auch auf die jüngste und gewaltogste Attraktion Buchhaims, den Puppaecircus Maximus mit dem “Unsichtbaren Theater”, wo er mit seiner eigenen Geschichte konfrontiert wird.

Auszug, Seite 40:

Ich konnte sie riechen, diese Stadt. Natürlich, das war der Geruch, der mir diese Nacht den Alptraum beschert hatte! Der beständige Steppenwind trug ihn durch die Ebene über das Grasmeer hinauf in den Birkenwald. Ich hatte sogar die Worte geträumt, mit denen ich diesen unverwechselbaren Geruch damals in meinem Buch beschrieben hatte. Als würde sich ein Sturm aus purem Bücherstaub erheben und einem der Moder von Millionen verrottender Folianten mitten ins Gesicht wehen. Gab es etwas Verlockenderes?

Die Stadt schien nicht nur zum Riechen, sondern sogar zum Greifen nahe zu sein. Aber von meiner ersten Wanderung nach Buchhaim wusste ich, dass es tatsächlich mindestens noch einen Tagesmarsch dauern würde, um dorthin zu gelangen.

[…].

Schon von weitem konnte ich bestaunen, wie die Stadt gewachsen war: Sie hatte an einigen Stellen zugenommen (wie ich) und war ein wenig in die Höhe geschossen. Stunden bevor ich ihren Saum erreicht hatte, konnte ich in der Ebene ein Summen vernehmen wie von einem monströsen Bienenstock, das mit jedem Schritt lauter wurde und zunehmend vielschichtiger. Ich unterschied nun zwischen dem Hämmern und Sägen aus den Schreinereien, den Glockenschlägen, dem Gewieher von Pferden und dem rastlosen Rattern der Druckmaschinen. Und unter allem vibrierte das unverwechselbare Grundgeräusch, der Kammerton jeder größeren Stadt, der sich aus tausenden von durcheinanderplappernden Stimmen speist und wie das anhaltende Raunen eines Publikums klingt. Oder wie das Murmeln eines trägen Stromes. Ich war angekommen.

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