nichts

 Teller, Janne. –  Nichts : was im Leben wichtig ist / Janne Teller ; aus dem Dänischen von Sigrid C. Engeler. –  München : C. Hanser, 2010

“Nichts bedeutet irgendwas, deshalb lohnt es sich nicht, irgendwas zu tun.” Mit diesen Worten verlässt Pierre eines Tages den Unterricht. Seine Mitschüler beschließen daraufhin, ihrem nihilistischen Klassenkameraden das Gegenteil zu beweisen: In einem alten Sägewerk sammeln sie alles, was Bedeutung hat. Doch außer alten Fotos, einer kopflosen Puppe und einem Gesangbuch kommt nichts zusammen. Daher fordern die Schüler, dass jeder etwas Bestimmtes, ihm besonders Wichtiges abgeben muss: Ole die Boxhandschuhe, Hans sien neues Rennrad, Hussein den Gebetsteppich, Frederik die dänische Flagge. Je größer das Opfer, desto größer seine Bedeutung.

Was harmlos beginnt, droht bald zu eskalieren: Marie-Ursula muss sich von ihren Zöpfen und Gerda von ihrem Hamster trennen. Beide rächen sich mit noch grausameren Forderungen: Lis Adoptionsurkunde, der Sarg des kleinen Emil, ein Hundekadaver und eine Jesusstatue landen auf dem Berg der Bedeutung. Das Projekt gerät völlig außer Kontrolle, als Sofie ihre Unschuld und der Gitarre spielende Johan seinen Zeigefinger opfern soll. Da schreiten Eltern und Polizei ein. Nur Pierre bleibt unbeeindruckt. Er lacht über die Schüler, die solche Opfer bringen, um Bedeutung zu finden. In der Nacht rächen sie sich auf brutale Weise für seine Ignoranz.

Auszug, Seite 8:

Pierre Anthon verließ an dem Tag die Schule, aler er herausfand, dass nichts etwas bedeutete und es sich deshalb nicht lohnte, irgendetwas zu tun.

Wir anderen blieben.

[…].

Wir lachten. Nicht weil wir das witzig fanden, sondern weil er es sagte. Genau da stand Pierre Anthon auf. “Nichts bedeutet irgendetwas”, sagte er. “Das weiß ich schon lange. Deshalb lohnt es sich nicht, irgendetwas zu tun. Das habe ich gerade herausgefunden.” Ganz ruhig bückte er sich und packte seine Sachen, die er gerade herausgenommen hatte, wieder in seine Tasche. Mit gleichgültiger Miene nickte er uns zum Abschied zu und gong hinaus, ohne die Tür hinter sich zu schließen.

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