Herrndorf_Wolfgang-Tschick

Tschick : Roman / Wolfgang Herrndorf. –  Berlin : Rowohlt, 2012. –  253 p.

Mutter in der Entzugsklinik, Vater mit Assistentin auf Geschäftsreise: Maik Klingenberg wird die großen Ferien allein am Pool der elterlichen Villa verbringen. Doch dann kruezt Tschick auf. Tschick, eigentlich Andrej Tschichatschow, kommt aus einem der Asi-Hochhäuser in Hellersdorf, hat es von der Förderschule irgendwie bis auf Gymnasium geschafft und wirkt doch nicht gerade wie das Musterbeispiel der Integration. Außderdem hat er einen geklauten Wagen zur Hand. Und damit beginnt eine unvergessliche Reise ohne Karte durch die soééerglühende deutsche Provinz.

Textauszug, Seite 7:

Als Erstes ist da der Geruch von Blut und Kaffee. Die Kaffeemaschine steht drüben auf dem Tisch, und das Blut is tin meinen Schuhen. Um ehrlich zu sein, es ist nicht nur Blut. Als der Ältere “vierzehn” gesagt hat, hab ich mir in die Hose gepisst. Ich hab die ganze Zeit schräg auf dem Hocker gehangen und mich nicht gerührt. Mir war schwindlig. Ich hab versucht auszusehen, wie ich gedacht hab, dass Tschick wahrscheinlich aussieht, wenn einer “vierzehn” zu ihm sagt, und dann hab ich mir vor Angst in die Hose gepisst. Maik Klingenberg, der Held. Dabei weiß ich gar nicht, warum jetzt die Aufregung. War doch die ganze Zeit klar, dass es so endet. Tshcick hat sich mit Sicherheit nicht in die Hose gepisst.

Advertisements